Architektur der Wasserburg
Grundriss, Rundturm und Baumaterial – mit maßstäblichen Zeichnungen.
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Zeugen mittelalterlichen Lebens – Entdeckungen aus 700 Jahren
Die Burg Uda steht auf einem bemerkenswerten Fundament: Hunderte von Eichenpfählen wurden in den sumpfigen Boden der Niersauen getrieben, um dem massiven Mauerwerk Halt zu geben. Diese Technik – vergleichbar mit der Gründung von Venedig – war eine ingenieurtechnische Meisterleistung des frühen 14. Jahrhunderts.
Der feuchte, sauerstoffarme Boden konservierte die Eichenpfähle über die Jahrhunderte hinweg erstaunlich gut. Bei den Ausgrabungen konnten sie dokumentiert und datiert werden, was wertvolle Hinweise auf den Baubeginn der Burg lieferte.
Kurt Schietzel und die Geheimnisse der Burg
In den Jahren 1959 bis 1962 fanden unter der wissenschaftlichen Leitung von Kurt Schietzel aus Hamburg umfangreiche archäologische Ausgrabungen auf dem Gelände der Burg Uda statt. Die Arbeiten im sumpfigen Niersbruch waren anspruchsvoll und erforderten den ständigen Einsatz von Pumpen. Eine weitere Grabungskampagne folgte 1988.
Insgesamt kamen über 100 Keramikgefäße und zahlreiche weitere Funde ans Licht, die wertvolle Einblicke in das alltägliche Leben auf der mittelalterlichen Burg gewähren.
Kurt Schietzel wurde später durch seine Ausgrabungen der Wikingersiedlung Haithabu (Hedeby) in Schleswig-Holstein international bekannt. Die Burg Uda war eines seiner frühen Grabungsprojekte. Sein Bericht „Burg Uda in Oedt“ (ISBN: 3792705966) ist die maßgebliche Publikation.

Schätze aus verschiedenen Epochen
Einer der spektakulärsten Funde aus dem Umfeld der Burg ist ein Wikingerschwert aus dem 9. oder 10. Jahrhundert – Jahrhunderte vor dem Bau der Burg. Der Fund deutet darauf hin, dass die Gegend um die Niersfurt schon lange vor der Burggründung strategisch bedeutsam war. Das Schwert mit seiner charakteristischen breiten Klinge und dem schweren Knauf ist ein seltenes Zeugnis nordischer Präsenz am Niederrhein.
Noch älter ist ein bronzezeitliches Schwert, das in der Nähe gefunden wurde. Es stammt vermutlich aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. und belegt, dass die Region an der Niers schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Das Schwert befindet sich heute im Rheinischen Landesmuseum Bonn und zeugt von der jahrtausendealten Bedeutung dieses Flussübergangs.
Ein Querschnitt durch 600 Jahre Geschichte
Zahlreiche Keramikfragmente aus dem 14. bis 16. Jahrhundert. Besonders bemerkenswert sind Schüsseln aus blaugrauem Ton, die bis ins 11. Jahrhundert datiert werden.
Fragmente von Glasgefäßen zeugen vom relativen Wohlstand der Burgbewohner. Glas war im Mittelalter ein Luxusgut, häufig aus dem Rheinland oder den Niederlanden importiert.
Unter den metallischen Funden ragt eine bronzene Hausglocke hervor, die vermutlich zur Versammlung der Burgbewohner diente. Auch ein gut erhaltenes Beil wurde geborgen.
Grün-glasierte Ofenkacheln belegen, dass die Burg über Kachelöfen verfügte – ein Zeichen für gehobenen Wohnkomfort im Mittelalter.
Der bemerkenswerteste Einzelfund ist eine mittelalterliche Trippe (Holzüberschuh), außergewöhnlich gut erhalten im Torfboden des Niersbruchs – mit Lederresten und Nägeln noch anhaftend.
Kanonenkugeln verschiedener Größe sind stumme Zeugen kriegerischer Auseinandersetzungen. Bemerkenswerterweise wurden keine Waffen gefunden – ungewöhnlich für eine Militärfestung.
Die Objekte stammen aus verschiedenen Epochen und belegen die kontinuierliche Nutzung über Jahrhunderte.
Die archäologischen Funde können an zwei Orten besichtigt werden:
Vitrinen auf den sechs Etagen des Burgturms zeigen ausgewählte Funde seit der Restaurierung 2013. April–Oktober, sonntags 11–17 Uhr.
Im Rathauskeller der ehemaligen Girmes-Villa (Johannes-Girmes-Straße 21). Jeden 1. Sonntag im Monat, 14–17 Uhr (Februar–Dezember). Eintritt frei.

Erkunden Sie die Burg Uda und besuchen Sie das Heimatmuseum, um die Funde zu bestaunen.
BesuchsinformationenBauforschung, Grabungsgeschichte und Quellenlage
Grundriss, Rundturm und Baumaterial – mit maßstäblichen Zeichnungen.
Zur ArchitekturDer Archäologe der Oedter Grabung – und späterer Erforscher von Haithabu.
Zur PersonWoraus diese Seiten arbeiten und wie mit widersprüchlichen Angaben umgegangen wird.
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