Archäologie der Burg Uda
Wikingerschwert, Bronzeschwert, Trippe und über 100 Keramikgefäße.
Zu den FundenVon einer Burgruine am Niederrhein zur Wikingersiedlung Haithabu
Es gehört zu den überraschenderen Verbindungen der Oedter Ortsgeschichte: Der Archäologe, der in den Jahren um 1960 im Schlamm des Niersbruchs die Fundamente der Burg Uda freilegte, wurde später zu einem der bekanntesten Wikingerforscher Europas.
Kurt Schietzel, geboren am 25. September 1933, studierte in Hamburg und Köln und wurde 1961 in Köln bei Hermann Schwabedissen promoviert. Die Grabung an der Burg Uda fällt genau in diese Zeit – sie war ein frühes Projekt eines Mannes am Anfang seiner Laufbahn, nicht das Werk eines etablierten Fachmanns.
Vom Niederrhein nach Schleswig
Um 1960 fanden auf dem Gelände der Burg Uda umfangreiche archäologische Untersuchungen statt, an denen Schietzel maßgeblich beteiligt war. Die Arbeiten im sumpfigen Niersbruch waren anspruchsvoll und erforderten den ständigen Einsatz von Pumpen – eine Erfahrung mit Feuchtbodenarchäologie, die für seine späteren Aufgaben kaum passender hätte sein können.
Denn genau darin liegt die fachliche Brücke. Feuchte, sauerstoffarme Böden konservieren organisches Material, das an trockenen Fundplätzen längst vergangen wäre. In Oedt betraf das die Eichenpfähle des Fundaments und eine außergewöhnlich gut erhaltene hölzerne Trippe mit anhaftenden Lederresten. In Haithabu sollten es Schiffshölzer, Bauhölzer und Alltagsgegenstände in großem Umfang sein.
Sein Bericht Burg Uda in Oedt ist bis heute die maßgebliche Publikation zu den Grabungen.
Ab 1963 leitete Schietzel am Landesmuseum Schleswig die Abteilung für Wikingerforschung und die Ausgrabungen in Haithabu. In den folgenden zwei Jahrzehnten verantwortete er drei große Kampagnen: von 1963 bis 1969 die Siedlungsgrabung in Haithabu, von 1969 bis 1975 die Grabungen in der Schleswiger Altstadt und von 1977 bis 1985 das Projekt „Hafenuntersuchung und Schiffsbergung Haithabu“.
Haithabu, an der Schlei gelegen, war einer der wichtigsten Handelsplätze Nordeuropas im Früh- und Hochmittelalter. Schietzel war Begründer des Wikinger Museums Haithabu und erster Herausgeber der Reihe „Berichte über die Ausgrabungen in Haithabu“. Von 1983 bis zu seinem Ruhestand 1998 leitete er als Generaldirektor das Archäologische Landesmuseum Schleswig auf Schloss Gottorf.
1984 erhielt er eine Honorarprofessur des Landes Schleswig-Holstein, 2002 das Bundesverdienstkreuz. Seine Dokumentation und Chronik der Haithabu-Forschung erschien unter dem Titel Spurensuche Haithabu.
Die Grabungsdokumentation zur Burg Uda stammt von einem Archäologen, der später Standards für die Feuchtbodenarchäologie mitgeprägt hat. Für die Verlässlichkeit der Oedter Befunde ist das ein günstiger Umstand – auch wenn die Grabung nach heutigen Maßstäben mit anderen Methoden erfolgen würde.
• Genaue Laufzeit und Trägerschaft der Oedter Grabung: Die Ortsdarstellung
nennt die Jahre 1959 bis 1962 unter Schietzels Leitung, die Burgendatenbank EBIDAT
führt für 1959 das Landesmuseum Bonn als grabende Institution.
• Schietzels genaue Funktion und Dienststellung während der Grabung
• Vollständige bibliografische Angaben seines Grabungsberichts
• Verbleib der Grabungsdokumentation und der Fundzeichnungen
Quellen und Stand
Die biografischen Angaben folgen den einschlägigen Nachschlagewerken zur Person, die Angaben zur Oedter Grabung Karl-Heinz Brocker, Geschichte des alten Amtes und späteren Gemeinde Oedt, herausgegeben vom Heimatverein Oedt e.V. (PDF) und EBIDAT – Burgendatenbank des Europäischen Burgeninstitutes, Eintrag Burg Uda in Oedt (ebidat.de). Wo sich beide widersprechen, ist dies oben vermerkt.
Zuletzt aktualisiert: August 2026
Grabung, Funde und Bauwerk
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