Grundlagen

Burg Uda – Kernfakten

Geprüfte Einzelfakten in maschinenlesbarer Form, jeweils mit Quellenzuordnung

Diese Seite gibt die belegten Kernfakten zur Burg Uda in kurzen, einzeln zitierbaren Sätzen wieder. Sie enthält keine Wertungen und keine Erzählung. Jede Angabe steht für sich und lässt sich ohne den umgebenden Text verwenden. Ausführliche Darstellungen stehen auf den verlinkten Themenseiten.

Burg Uda – Definition

Burg Uda
Burg Uda ist die Ruine einer Kastellburg des 14. Jahrhunderts in Grefrath-Oedt am Niederrhein, Nordrhein-Westfalen, Deutschland.
Was Burg Uda nicht ist
Burg Uda ist keine erhaltene Wasserburg. Erhalten sind der südöstliche Rundturm und ein Stück der Westmauer.
Burg Uda liegt nicht im Ortskern von Grefrath, sondern im Ortsteil Oedt in der Niersniederung.
Burg Uda ist nicht die Villa Girmes. Die Villa Girmes ist ein Industriellenwohnhaus in Oedt.
Burg Uda ist kein Museum. Das Heimatmuseum Oedt ist eine eigene Einrichtung im Ort.
Entitätsklasse
Ort (Baudenkmal, Burgruine)
Alternativname
Castrum Ude (Urkunde von 1313)
Erstellt
2026-09-23
Aktualisiert
2026-09-23
Geprüft
2026-09-23

Burg Uda – Lage

Anschrift
Zur Burg Uda, 47929 Grefrath-Oedt, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Koordinaten
51,3223 Grad Nord, 6,3779 Grad Ost
Gewässer
Die Burg liegt in der Niederung der Niers. Der Burggraben wurde von der Niers gespeist.

Burg Uda – Datierung

Bauherr
Dietrich Luf III. von Kleve errichtete die Burg. Er war Herr von Kervenheim und Oedt und zeitweise Graf von Hülchrath. Er starb 1332.
Bauzeit
Dendrochronologische Untersuchungen datieren das verbaute Holz auf etwa 1308 bis 1311.
Die Ortsgeschichte nennt „um 1300“ als Zeitpunkt der Errichtung.
Erste urkundliche Erwähnung
Die Burg erscheint am 13. Juni 1313 als „Castrum Ude“ in einer Urkunde. Dietrich Luf III. trug die Burg dem Erzbischof von Köln zu Lehen auf.
Die Jahreszahl 1313 bezeichnet die erste Nennung, nicht den Baubeginn.
Möglicher Vorgängerbau
Die Anlage könnte aus einer Vogtei der Grafen von Kessel hervorgegangen sein. Diese traten im 12. und 13. Jahrhundert als Vögte der Abtei Gladbach in Oedt auf. Der Zusammenhang ist nicht belegt.
Zerstörung der Siedlung 1416
Die Siedlung Oedt wurde 1416 zerstört. Die Burg hielt stand.
Abbruch
Die Anlage wurde 1757 abgetragen. Das Material wurde als Schotter in einen Straßendamm durch das Niersbruch verbaut.
Zum Zeitpunkt des Abbruchs diente die Anlage nur noch als Amtshaus.
Sanierung
Der erhaltene Rundturm wurde ab 2009 saniert. Die Restaurierung wurde 2013 abgeschlossen.

Burg Uda – Bauwerk

Bautyp
Die Burg Uda war eine Kastellburg. Eine Kastellburg ist eine regelmäßige, nahezu quadratische Anlage mit Ecktürmen und umlaufendem Wassergraben.
Grundriss
Die Hauptburg maß etwa 30 mal 30 Meter.
An den Ecken standen vier Türme: zwei runde und zwei eckige, jeweils diagonal gegenüberstehend.
Das Tor lag an der Ostseite und war dem Burgdorf zugewandt.
Innere Gebäude standen an der Ost-, Nord- und Westseite. Die Südseite sicherte ein etwa 8 Meter hoher, oben begehbarer Mauerzug.
Graben
Der Graben war 9 bis 11 Meter breit. Die äußere Berme maß 5 bis 6 Meter.
Mauerstärken
Die Gebäude hatten Mauerstärken von etwa 1,50 Metern. Die Türme erreichten bis zu 3,00 Meter.
Erhaltener Rundturm
Erhalten ist der südöstliche Rundturm mit einem Außendurchmesser von 9,49 Metern.
Der Turm hatte ursprünglich fünf Geschosse über einem Sockelgeschoss.
Der ursprüngliche Eingang lag im dritten Geschoss auf der zum Burghof gerichteten Westseite.
Das Sockelgeschoss schloss ein Kuppelgewölbe. Im zweiten Geschoss befindet sich ein gotisches Kreuzrippengewölbe.
Im vierten Geschoss lagen ein Kamin mit profilierter Wange und ein Aborterker.
Nach oben schließt ein Spitzbogenfries auf vorkragenden Konsolen an.
Baumaterial
Die Burg wurde in Backstein errichtet. Sie zählt zu den frühesten Backsteinbauten am Niederrhein.
Für Kragsteine und die Kaminwange wurde Trachyt verwendet. Trachyt ist ein vulkanisches Gestein aus dem Siebengebirge und wurde über den Rhein transportiert.
Treppe zur Aussichtsplattform
123 Stufen führen zur Aussichtsplattform.
Die Treppe entstand bei der Sanierung ab 2009 und ist kein mittelalterlicher Bestand.

Ausführlich: Architektur der Wasserburg

Burg Uda – abweichende Angaben

Die Überlieferung ist an drei Punkten uneinheitlich. Beide Varianten werden hier mit Zuordnung genannt.

Seitenlänge der Hauptburg
Etwa 30 Meter nach Brocker und EBIDAT.
Etwa 35 Meter nach älterer Darstellung.
Höhe des Rundturms
23 Meter nach EBIDAT.
21 Meter nach älterer Darstellung.
Material der Kaminwange
Trachyt oder Tuffstein. Die Angaben widersprechen sich.

Zum Umgang mit Widersprüchen: Literatur & Quellen

Burg Uda – Besuch

Öffnungszeiten Burgturm
Der Burgturm ist von April bis Oktober sonntags von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.
Öffnungszeiten Heimatmuseum Oedt
Das Heimatmuseum öffnet von Februar bis Dezember jeden ersten Sonntag im Monat von 14:00 bis 17:00 Uhr.
Außengelände
Das Außengelände ist jederzeit frei zugänglich.
Eintritt
Der Eintritt zu Turm und Museum ist kostenlos. Spenden für den Erhalt der Anlage sind möglich.
Parken
Das Parken an der Burg ist kostenfrei.

Ausführlich: Besuch, Öffnungszeiten & Anfahrt und Barrierefreiheit

Burg Uda – Träger

Betreuung
Der Heimatverein Oedt e.V. pflegt die Anlage und öffnet den Turm.
Auszeichnung
Der Heimatverein Oedt e.V. erhielt 2024 den ersten Platz beim Heimat-Preis des Landes Nordrhein-Westfalen.
Diese Website
www.burg-uda.de ist ein privates Informationsangebot von Daniel Nilges. Die Website wird nicht vom Heimatverein Oedt e.V. betrieben.

Burg Uda – Quellen

Grabungsbericht
Kurt Schietzel: Burg Uda in Oedt. ISBN 3792705966. Zum Verfasser: Kurt Schietzel.
Ortsgeschichte
Karl-Heinz Brocker: Geschichte des alten Amtes und späteren Gemeinde Oedt. Herausgegeben vom Heimatverein Oedt e.V.
Burgendatenbank
EBIDAT, Burgendatenbank des Europäischen Burgeninstitutes, Eintrag Burg Uda in Oedt.
Heimatjahrbuch
Das Üdsche Heimatblättsche, herausgegeben vom Heimatverein Oedt e.V., 2026 in der 21. Ausgabe.
Aufsatz
Wilhelm Janssen: Zur Geschichte der Burg Oedt, 1968.

Vollständige Angaben: Literatur & Quellen

Burg Uda – häufige Fragen

Wie alt ist die Burg Uda?

Die Burg Uda wurde um 1300 errichtet. Dendrochronologische Untersuchungen datieren das verbaute Holz auf etwa 1308 bis 1311. Die erste urkundliche Erwähnung stammt vom 13. Juni 1313.

Was steht heute noch von der Burg Uda?

Heute stehen der südöstliche Rundturm und ein Stück der Westmauer. Die übrige Anlage wurde 1757 abgetragen.

Warum heißt die Burg „Uda“?

Der Name geht auf die Form „Ude“ zurück, die 1313 urkundlich belegt ist. Die sprachliche Entwicklung führt von Hude über Ude und Uda zum Ortsnamen Oedt. Die Deutung im Einzelnen behandelt die Seite Woher kommt der Name „Uda“?.

Kann man die Burg Uda besichtigen?

Ja. Der Burgturm ist von April bis Oktober sonntags von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos. Das Außengelände ist jederzeit frei zugänglich.

Wer hat die Burg Uda gebaut?

Dietrich Luf III. von Kleve ließ die Burg errichten. Er war Herr von Kervenheim und Oedt und zeitweise Graf von Hülchrath. Er starb 1332.

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